„Lust statt Frust“ – Zustandssteuerung

Durch die bewusste Steuerung des eigenen Zustandes können wir uns und unsere Situation positiv verändern. 

Ein neues Jahr hat begonnen. Für viele Menschen ist das ein guter Anlass, Pläne zu schmieden, Gedanken zu sortieren und neue Glaubenssätze anzugehen.

Dabei kann es hilfreich sein, zunächst über die eine oder andere Frage nachzudenken:  

  • In welchem Zustand – mental und körperlich – befinde ich mich?
  • Was denke ich über diese Situation?
  • In welchem Zustand befindet sich meine Umgebung?
  • Wie wirkt sich der Zustand meiner Umgebung auf mich aus?

Zustandsteuerung heißt in diesem Sinne, u.a. den eigenen Zustand und den Zustand der Umgebung bewusst wahrzunehmen.
Ein beliebter Vorsatz zu Beginn eines neuen Jahres ist häufig, mehr Sport zu treiben – aus vielfältigen Gründen. Oft bleibt nach einigen enthusiastischen Wochen von einem Vorsatz nicht viel übrig. Ist dann wirklich der viel beschworene Schweinehund dafür verantwortlich? Möglicherweise ist es unsere eigene Einstellung dazu, die uns dazu verleitet, Sport als anstrengend zu empfinden. Daraus kann schnell Frust entstehen. Wie wäre es, den Vorsatz, mit Lust anzugehen? Wie wäre es, sich klarzumachen, was er alles Positives mit unserem mentalen und körperlichen Zustand bewirken kann?

Vielleicht ist es auch eher unsere Umgebung, die unsere Vorsätze skeptisch betrachtet. Auch hier ist wichtig, das achtsam wahrzunehmen. Die Skepsis nicht eins zu eins zu übernehmen, sondern bei sich selbst zu bleiben und sie als Signalgeber zu nutzen.

Um den eigenen Zustand und den der Umgebung wahrzunehmen und zu beschreiben, hilft es auf die Sprache bzw. bestimmte nonverbale Signale zu achten. „Müssen“ und „sollen“ sind zum Beispiel zwei Wörter, die das Denken gestresster Menschen oftmals beherrschen. Hinter beiden Wörtern steckt ein unglaublicher Druck, unbedingt etwas zu tun. Damit geht auch alle Leichtigkeit, alle Freude an der nun als stressig empfundenen Situation verloren.
Ein weiterer wichtiger Hinweis auf den eigenen Zustand können Redewendungen sein: Wenn „etwas im Kopf herum geht“, möchte eine Idee oder ein Gedanke möglicherweise endlich auf die Welt kommen. Oder hatten Sie schon mal das Gefühl, „auf dem Schlauch zu stehen“, das heißt völlig blockiert zu sein? Dann ist vielleicht nützlich, an dieser Blockade zu arbeiten.
Die Palette nonverbaler Signale ist breit. Viele kennen die verschränkten Arme, die u.a. Abwehr bedeuten oder die geöffneten Handflächen, die uns willkommen heißen. Wenn wir auf diese Signale achten, können wir sehr viel über den momentanen Zustand der Menschen in unserer Umgebung erfahren.

Neben dem Wissen, wie mein IST-Zustand oder der meiner Umgebung aussieht, ist das Vorstellen eines SOLL-Zustandes wichtig. Finden und Umsetzen von Lösungen sind in der Regel nur in einem bestimmten Zustand möglich. Erst wenn wir in diesem Zustand sind, können wir etwas bewirken. Wenn wir zum Beispiel im Stress gefangen sind, sind wir oft eingeschränkt handlungsfähig. Zu sehr sind wir dann in dieser Situation verstrickt. Oder das Beispiel vom Anfang: Erst wenn wir Sport mit Lust in unser Leben integrieren, kann sich nachhaltig etwas in uns verändern.

Wie kann ich mich selber steuern?

Anfänglich steht, sich bewusst zu werden, dass wir unser Denken und Fühlen selbst in der Hand haben und ihnen nicht ausgeliefert sind. Das heißt, wir besitzen die Fähigkeit, uns in einen Zustand zu bringen, aus dem heraus wir positiv agieren können. Vielleicht ist die Situation dann immer noch stressig, doch wir sind handlungsfähig.
Wie geht ein Zustandswechsel?: Wie nehme ich persönlich meinen aktuellen Zustand wahr? Wie verändert er mich? Was denken wir über ihn? Denn manchmal kann der Abstand, von dem, was tatsächlich ist, zu dem, was wir darüber denken, sehr groß sein. Die Ursache dafür sind oftmals verfestigte Glaubenssätze, die uns den Blick auf das Wesentliche verstellen.

Auch auf den Zustand, in dem sich unsere Umwelt befindet, können wir steuernd zugreifen. Das geschieht in erster Linie über die Art und Weise, wie wir auf andere wirken. Strahlen wir Ruhe und Gelassenheit aus, wird unsere Umgebung womöglich weniger stressanfällig sein, als wenn wir hektisch oder ungeduldig sind. Sind wir zuversichtlich, im neuen Jahr mehr Sport zu treiben und gehen dies mit Freude an, reagiert auch unserer Umgebung positiv darauf.

Welchen Plan möchten Sie, was möchtet Ihr im neuen Jahr verwirklichen? In welchem Zustand sind Sie, bist Du momentan und können Sie, kannst Du in ihm diese Herausforderungen in 2017 meistern? Um das für sich zu klären, kann das Handkärtchen möglicherweise ganz wertvoll sein.

Viel Spaß beim weiteren Stöbern.